Abenteuer des Klangs

Konzerte zum Mitmachen für Kinder (und Erwachsene)
ab 3 Jahren




Ravi Srinivasan (Singapur), Tabla, indische Perkussion, Gesang
Joachim Gies, Saxophon mit Dämpfern, Rohren, Schläuchen, verschiedenen Mundstücken
Thomas Böhm-Christl, Violoncello mit Essstäbchen, Schlegeln, Klangobjekte

Kann man auf Abflussrohren Musik machen? Was passiert, wenn man einen Posaunendämpfer in ein Saxophon steckt? Wer hat schon einmal eine Tabla gehört und gesehen? Wie singt ein indischer Sänger, wenn er traurig ist? Welches Geräusch macht ein Metalltopf, der mit Wasser gefüllt ist? Was kann an einem Cello noch zum Klingen gebracht werden außer den Saiten? Wie können Kinder als Zuhörer und Akteure bei einem ungewöhnlichen Konzert mitwirken?

Das Ensemble zeigt zeitgenössische Formen der Musik - Improvisation, Jazz, neue Klangcharaktere - auf eine Weise, die Kindern Spaß macht und sie in Spannung hält. Die Form der Darbietung durch das Ensemble unterstützt das sinnliche Wahrnehmen: Verbissener Ernst, der so oft die zeitgenössische Musik dominiert, wird vermieden, jeder Instrumentalist ist in der Lage, die Zuhörer auch mit szenischen Elementen anzusprechen. Aktionsformen für die Kinder - Geräusche machen, sich bewegen, mitmachen , klatschen, etwas raten - werden einbezogen. Hier wird deutlich, inwiefern "Live-Musik" lebendige Musik sein kann.

Die Musiker zeichnen sich durch ihre Vertrautheit mit vielfältigen Klangmöglichkeiten aus.

Der Perkussionist und Komponist Ravi Srinivasan (Singapur) erhielt seine musikalische Ausbildung auf der indischen Tabla und europäischen Violine und hat seitdem in den Bereichen europäische Klassik, indische Klassik, Jazz, Flamenco und Avantgarde in Europa und Asien gearbeitet. Seinen Kompositionen hört man den Einfluss der verschiedenen Kulturkreise an, die er gekonnt zu unkonventionellem Jazz verschmilzt. Er ist Mitglied der Academy of Kathak Dance und des Transglobal Quintett. Im Spiel mit Kindern ist er durch Arbeiten an verschiedenen Berliner Musikschulen außerordentlich erfahren.

Joachim Gies, Saxophonist und Komponist, unterrichtet an Berliner Musikschulen und ist Verfasser eines Lehrbuchs für unkonventionelle Spielweisen des Saxophons. In seinem Spiel setzt er verschiedenste Arten der Klangveränderung ein: Dämpfer, Posaunendämpfer, Klarinettenmundstück, Schläuche, Röhren etc. und zeigt Möglichkeiten der Zirkularatmung und der Erzeugung von Mehrklängen auf dem Saxophon. Er leitet Bewegungen der Kinder an und ermuntert sie zur körperlichen Klangerzeugung.

Thomas Böhm-Christl, Violoncellist und Komponist, arbeitet u. a. am Cello verschiedenste Klangdimensionen hervor: mit allen Teilen (Holz, Metall, Haare) des Cellobogens, Perkussion auf dem Korpus des Instruments, verschiedenste Arten des Pizzikatos, Einsatz perkussiver Mittel wie Filzschlegel und Essstäbchen am Cello usw.





Sonntag 20. Februar 2005 - 16.00 Uhr
noisy Academy

Klangfieber
Konzert
für Kinder ab 3 Jahren zum Mitmachen

Thomas Böhm-Christl, Violoncello, Klangobjekte
Ravi Srinivasan (Singapur), Tabla-Trommeln, Perkussion, Gesang

>> veranstaltungsort








Vollrads Tonsaal
Schönhauser Allee 177
Berlin-Prenzlauer Berg
U Senefelderplatz

Informationen


Musikschule Berlin-Mitte
Wallstraße 42-49
10197
Berlin-Mitte


Theater der kleinen Form
Große Hamburger Straße 31
10115 Berlin
Tel. 440 57 619
E-Mail info@kinderkulturverein.de

Informationen


noisy Academy
Warschauer Straße 70a
10243 Berlin
Tel 212 378 -21

Informationen



Presse:

Wie aus Krach Musik wird.
Erstes Kinder-Konzert in Bücknitz

I
rgendwann hat wohl jeder einmal mit dem Holzlöffel auf Großmutters Kochtopf geschlagen. Musik war das nicht, bestenfalls Krach, und der wurde dann schnell und meist recht nachhaltig unterbunden. Bei den vier Musikern, die Sonnabend in Bücknitz zu erleben waren, muss das anders gewesen sein.
Lange hätten sie über Formen nachgedacht, mit denen Kinder an klassische Musik herangeführt werden könnten, erklärt Cellist Thomas Böhm-Christl. Zusammen mit Saxophonist Joachim Gies bildet er den Kern des kleinen Ensembles, das durch Dafyd Palaitis und Sabine Ahlert und deren Instrumente erweitert wurde.
Im Rahmen der Bücknitzer Sommerkonzerte machten sie erlebbar, was alles möglich ist, wenn sich zur Spiel- die Experimentierfreude gesellt. Bei dem, was da in der kleinen Kirche geboten wurde, leuchteten wohl bei allen Zuschauern die Augen.
Wer erwartet schon, dass eine nur mit wenig Wasser gefüllte einfache Blechschüssel durchaus wohl- und nachklingende Geräusche erzeugen kann? Und wenn sich das mit dem Pfeifen des Australiers Palaitis vereint, dann lässt das nur noch staunen. Ein Konzert war das, das selbst die gurgelnden Klänge aus ausgehöhlten Kürbishälften mit den Tönen von Blasinstrumenten vereinte, die nichts weiter waren als handelsübliche Abflussrohre. Selbst Reibegeräusche auf Glasscheiben wurden bei den vier Musikern zu harmonischen Klängen, zu rhythmischen Improvisationen und selbst zu herrlich verjazzten Stücken. Wie das bekannte Kinderlied Fuchs, du hast die Gans gestohlen, das es erst zu erraten und dann mitzusingen galt. Zum Mitmachen war überhaupt genug Gelegenheit, und die vielen Kinder dafür zu gewinnen, das gelang den Künstlern spielend. Egal, ob die Kleinen gerade erst laufen konnten oder schon zur Schule gingen. Fröhlich wurde probiert, getanzt und gesungen.
Ganz ohne Technik geht es natürlich nicht. Dafür haben die Musiker experimentiert. Improvisationen sind eigentlich flüchtig und nicht wiederholbar, dennoch gibt es eine CD. Wer am Ende also mochte, konnte sich das
Klangerlebnis mit nach Hause nehmen - vielleicht zum Beweis dafür, was aus dem "Krach" in der Küche noch Tolles hätte werden können.
bär
Märkische Allgemeine Zeitung
Montag, 16. Juli 2001

"Abenteuer fremde Klänge - Klänge aus der Fremde"

Laut Lexikon bezeichnet der Begriff Musik in seiner umfassendsten Bedeutung die absichtsvolle Organisation von Schallereignissen. Selten ist diese Definition plastischer, eindrücklicher und nachhaltig wirkender erklärt und umgesetzt worden als von der von Sabine Ahlert, Thomas Böhm-Christl, Joachim Gies, Dafyd Palaitis und Ravi Srinivasan gebildeten Formation, die Ende November 2001 an der Kreuzberger Reinhardswald-Grundschule ein Vier-Generationen-Publikum mit ihrer musikalischen Performance Abenteuer fremde Klänge - Klänge aus der Fremde" in wahrlich mitreißender Weise verzaubert und beeindruckt hat. Laute und Töne wurden zu Geräuschen vereint und zu Klängen geformt, und aus Klangbildern und Rhythmen entstanden Hörbilder und Melodien. Hochwertige Instrumente wie Cello und Saxophon mussten sich alltäglichen Gegenständen wie einer Fensterscheibe oder einem Abflussrohr sowie exotischen Klangerzeugern beiordnen lassen, und in der Gesamtwirkung wurde stets die Hierarchie und Wertigkeit der Gegenstände zur Nebensache und so überwunden. Beeindruckend war dabei nicht nur die Zusammenführung banaler Geräuschquellen und klassischer Musikinstrumente, sondern auch die musikalische Hochzeit "atlantischer" und "pazifischer" Instrumente, die hervorragend gelang und besonders die erwachsenen Zuhörer überzeugte.

Die Kinder hingegen hatten einen Riesen-Spaß an der darstellerischen Ausgestaltung dieses Musik-Events und vor allem an den fesselnden Partizipationsgelegenheiten; die Musiker intonierten und inszenierten gleichzeitig und verbanden darstellende und musikalische Episoden zu Bildern, Handlungen und Erlebnissen. Begeistert ließen sich die Kinder dabei motivieren, sich als Klangerzeuger, Mitmach-Akteure und als vielstimmiger Chor in die Darbietung einbinden zu lassen, und die Grenze zwischen Darbietenden und Konsumenten verlief schnell nicht mehr entlang der Bühnenrampe, sondern eher zwischen Alt und Jung, zwischen den unbefangen und mutig beteiligten Kindern und den zunächst eher zaghaften Erwachsenen, die etwas länger brauchten, um den Mitmachfunken zünden zu lassen, aber um so heftiger bedauerten, dass die Vorstellung schon zu Ende war.

Mit zum sehr gelungenen und schönen Abend trug nicht nur die Freude über das Hörerlebnis bei, sondern auch die Begeisterung über das pädagogische Engagement - und Talent! - der Musiker, denen es gelang, ihre Kunst frei von Eitelkeiten dem Publikum zur Teilhabe anzubieten, es mit einzubeziehen und so ihre Darbietung zum Geschenk zu machen. Dafür danken alle, die dabei waren!

Werner Munk, Schulleiter
Reinhardswald-Grundschule, Berlin-Kreuzberg, Dezember 2001


  • CD "Abenteuer des Klangs"
    Live-Aufzeichnung, 40 min
    10 Euro

  • Video "Abenteuer des Klangs"
    Live-Aufzeichnung 22 min
    10 Euro

    Plus Versandkosten von 2,50 Euro insgesamt erhältlich über Kontakt: hier klicken